Er brauchte Geduld …
In den vergangenen Wochen war es oft frostig und kalt – nicht ungewöhnlich für diese Jahreszeit. Als der abgemagerte Mäusebussard in der Wildstation eingeliefert wurde, schien die Schlussfolgerung, dass er womöglich bei gefrorenem Boden und Schnee nur wenig Beute gefunden hatte, schlüssig. Doch zum Glück erfolgt bei jedem Tier, das bei uns eintrifft, eine genaue Untersuchung. So konnte dann auch, mithilfe der standardmässigen Kotuntersuchung, schnell der wahre Grund für die Abmagerung des hübschen Greifvogels gefunden werden: ein starker Befall mit Lungenwürmern.
Mit dem geeigneten Medikament konnte dem aber schnell Abhilfe geschaffen werden und der Bussard erholte sich zunehmend. Bald konnte er bereits wieder nervös kleine Kreise in der Flugvoliere ziehen. Dann brauchte er noch ein bisschen Geduld.
Mittlerweile wurde der wunderbare Vogel erfolgreich ausgewildert. Nun zieht er wieder seine Kreise hoch oben am Himmel!
Interessantes zum Mäusebussard:
Der Mäusebussard ist bei uns mit 15'000 bis 20'000 Brutpaaren weit verbreitet und ein nützlicher Vertilger von Kleinsäugern, wie zum Beispiel Feldmäusen. Gerne hält er von einer Sitzwarte wie einem Zaunpfahl oder Telefonmasten Ausschau nach seiner Beute. Gerade in der Balzzeit, die in den ersten Frühlingstagen beginnt, kann man den Mäusebussard auch hoch oben in der Luft kreisen sehen. Sein Nest baut der Greif gerne in hohen Bäumen wie Eichen oder Kiefern. Die Gefiederfärbung ist beim Mäusebussard sehr variabel und reicht von dunkelbraun bis fast weiss. Der französische Name des Mäusebussards lautet dementsprechend «Buse variable».
Text und Bild: (C) Stiftung Wildstation Landshut




