Die ersten Jungvögel sind da!

Viele kleine gefiederte Gesellen benötigen in den nächsten Wochen die Hilfe des Wildstationsteams

Der Frühling ist da - und mit ihm beginnt die Jungvogelzeit. Der Frühling bietet optimale Bedingungen für Nachwuchs: reichlich Futter, geschützte Plätze mit dichter Vegetation und ein angenehmes Klima.

Doch immer wieder geraten junge Vögel in Not, sei es, dass sie durch Beutegreifer verletzt werden, aus dem Nest fallen oder durch den Verlust des Elterntiers zu Waisen werden. Hier sind wir zur Stelle und übernehmen die, oft aufwendige, Aufzucht.

Die herzige Amsel zum Beispiel, die von einer Katze verletzt wurde, sitzt nun in unserem Aufzuchtraum für Singvögel in einer gut ausgestatten Unterkunft. Sie ist, wie die meisten kleinen Piepmätze, ein richtiger Nimmersatt. Gierig streckt sie ihren Hals in die Höhe und sperrte den Schnabel weit auf, bis sie ihre Futterportion erhalten hat. Der junge Singvogel ist ein sogenannter Ästling. Er ist nimmt teils bereits selbständig Nahrung aus der Futterschale auf, wird aber noch von uns zugefüttert, so wie es in der Natur die Amselmutter tun würde. 

Die Aufzucht von Jungvögeln ist aufwendig und oft sehr zeitintensiv. Ganz junge Singvögel müssen alle 15 Minuten gefüttert werden, grössere alle 30 Minuten. Mauersegler brauchen besonders viel Geduld: Sie «sperren» den Schnabel nicht und müssen deshalb «zwangsernährt» werden.

Die Spezialnahrung für die Singvogelaufzucht setzt sich aus diversen Insekten, Aufzuchtpulver, Mineralien und Vitaminen, Körnern und Sämereien zusammen. Während der Hochsaison sind zwei Personen den ganzen Tag damit beschäftigt, die gefiederten Patienten zu füttern, Käfige und Ersatznester zu reinigen, neues Futter vorzubereiten und das Gewicht der Vögel zu kontrollieren. Sind die Tiere verletzt kommen noch Medikamentengabe sowie Wundkontrolle und -behandlung dazu.

Ab einem bestimmten Alter können die Jungvögel an die selbständige Nahrungsaufnahme herangeführt werden. Sobald die kleinen Vögel zuverlässig und selbständig fressen, dürfen sie in eine spezielle Aussenvoliere ziehen, in der sie auf die Auswilderung vorbereitet werden.

Irgendwann ist der grosse Moment da, auf den wir alle hinarbeiten: aus den kleinen, hilflosen Piepmätzen sind herangewachsene, gut befiederte, selbständige Vögel geworden, die in die Natur zurückkehren können.

Wir sind froh, diesen Pfleglingen eine zweite Chance für ein langes, erfolgreiches Vogelleben geben zu können!

Ihr Team in der Stiftung Wildstation Landshut

 

Text und Bild: (C) Stiftung Wildstation Landshut