AUCH TURMFALKENAUGEN SEHEN NICHT ALLES!

"Unsichtbare" Gefahren ....

Glasscheiben sind durchsichtig und reflektieren die Umgebung, so dass Vögel sie nicht als Hindernis wahrnehmen. So erging es auch einem Turmfalken, der vermutlich während eines Jagdfluges mit einer Scheibe kollidiert war. Folge des Unfalls waren diverse Verletzungen. Nach mehreren Wochen Physiotherapie und Training in einer unserer grossen Flugvolieren war der grazile Falke aber glücklicherweise wieder vollständig genesen. Vor einigen Tagen war dann die Zeit gekommen, um Abschied zu nehmen. Ein Moment, auf den das Team der Wildstation stets hinarbeitet, denn jedes einheimische Wildtier, das nach erfolgreicher Rehabilitation oder Aufzucht in die Natur zurückkehren kann, ist ein Ansporn für uns mit unserer Arbeit zugunsten unserer Wildtierpatienten weiterzumachen!

Schon gewusst?

  • Allein in der Schweiz sterben jedes Jahr hunderttausende von Vögeln, weil sie mit Glas kollidieren.

  • Der Turmfalke baut keine eigenen Nester. Er nutzt Felsspalten, Höhlen, Gebäudenischen, Kirchtürme oder Nester, z.B. von Krähen.

  • Es leben 5000 - 7500 Brutpaare in der Schweiz.

  • Der Turmfalke hält im Rüttelflug nach Mäusen Ausschau, d.h. er bleibt im Flug in der Luft erstaunlich lange an einer Stelle stehen, ähnlich wie ein Kolibri.

  • Falken sind Bisstöter, d.h. sie töten ihre Beute, mit Hilfe des sogenannten Falkenzahns, mit dem Schnabel. Die meisten anderen Greifvögel hingegen erlegen ihre Beute mit den Krallen.

  • Turmfalken sind hauptsächlich durch Abnahme des Nahrungs- und Nistplatzangebotes aufgrund von ausgeräumten, intensiv genutzten Landschaften gefährdet.

Fotos: © Stiftung Wildstation Landshut