SCHNEE UND ANHALTENDE KÄLTE BRINGEN GREIFVÖGEL IN NOT

Im Januar haben wir den härtesten Winter seit Jahren erlebt – unsere gewohnte „Verschnaufpause“ nach dem Jahreswechsel ist damit ausgeblieben.

Im Januar haben wir den härtesten Winter seit Jahren erlebt – unsere gewohnte „Verschnaufpause“ nach dem Jahreswechsel ist damit ausgeblieben.

Nebst über 50 Igeln und einigen weiteren Wildtierarten wurden innert wenigen Tagen 14 Mäusebussarde und 4 Turmfalken in die Wildstation gebracht. Damit war ihr Kampf ums Überleben noch lange nicht beendet. Abgemagert und völlig geschwächt, forderten sie nach gründlicher Untersuchung intensive Pflege und unsere ganze Aufmerksamkeit. In den meisten Fällen waren die Tiere zu schwach, um noch selbst fressen zu können. Infusionen, Spezialernährung per Sonde, Fütterung mit der Pinzette und das Verabreichen von Aufbaupräparaten prägte weitgehend unsere Tagesabläufe. Wir freuten uns jedesmal riesig, wenn es gelang, ein Tier soweit aufzubauen, dass wir es nach draussen in eine Voliere bringen und dort wieder auf die Freiheit vorbereiten konnten. Ziel ist es in jedem Fall, die Tiere bei geeigneten Temperaturen zurück in die Natur zu entlassen.

Inzwischen ist unsere „Intensivpflegestation“ für Greifvögel schon fast wieder verlassen. Kehren aber Winter und Kälte zurück, kann sich die Situation sehr schnell wiederholen.

Grundsätzlich können sich Wildtiere gut an die klimatischen Bedingungen im Winter anpassen. Die einen ziehen südwärts, andere verändern ihre Ernährungsgewohnheiten. Einige Arten von Greifvögeln wie eben Mäusebussarde oder Turmfalken, die sich hauptsächlich von Mäusen ernähren, haben es bei extremen winterlichen Bedingungen jedoch schwer. Geschwächt sitzen sie häufig auf Pfosten von Zäunen, Strassenschildern oder auf Zaunpfählen entlang der Autobahn und halten Ausschau nach Nahrung. Zu den Tieren, welche die futterbedingte Auszehrung nicht oder zumindest nicht aus eigenen Kräften überleben, kommen dadurch noch zahlreiche Unfallopfer durch Kollisionen mit Fahrzeugen.

Mit viel Freude und Kompetenz stabilisieren und pflegen unsere Mitarbeitenden die Wildtiere, die zu uns in die Wildstation gebracht werden. Über 100 Arten sind es jährlich; 2016 verzeichneten wir ein Rekordjahr mit über 1800 Tieren. Die Stiftung Wildstation ist 100-prozentig spendenfinanziert. Wir danken allen Menschen, die mit ihrer Spende dazu beitragen, unser Werk im Dienste der Natur auszuführen!

Text: L. Jost