BIBERFAMILIE KEHRT ZURÜCK INS HEIMREVIER

Die Biberfamilie hat ihre „Sommerferien“ in der Wildstation beendet und ist ins Heimrevier zurückgekehrt.

Eine ganze Biberfamilie war dieses Jahr während fünf Monaten in der Wildstation zu Gast – nun konnten sie wieder heimkehren.

Ihr eigentliches Revier nennen sie an einem Fabrikkanal der Thur in Bürglen TG ihr Eigen. Da am Wasserkraftwerk sowie dem dazugehörigen Kanal Sanierungsarbeiten anstanden, musste das Wasser abgelassen werden. Ohne diese Lebensgrundlage wäre es für die Biber jedoch nicht möglich gewesen, in ihrem Territorium zu bleiben.

Daher entschieden sich die Verantwortlichen des Kantons TG, die Biberfamilie zu evakuieren und während der Bauzeit in der Wildstation unterzubringen. Gemeinsam mit der Biberfachstelle des Bundes planten wir die Aufnahme, die Unterbringung und kürzlich auch den Rücktransport der Tiere aus den „Biberferien“.

Sommerfrische mit „Biberburg“ und Wasserbecken

In einem Aussengehege der Wildstation lebten die Biber – Elterntiere und die Jungtiere des Jahres 2014, welche noch bis ins kommende Frühjahr zum Familienverbund gehören werden – sehr kooperativ zusammen. Natürlich wurde die Abkühlung im Pool redlich genutzt! Neben der von uns gestellten Biberburg aus Stroh erstellten sie noch einen Anbau aus Ästen, wie in der Natur auch üblich. Mehrmals wöchentlich waren unserer Mitarbeiter unterwegs, um Weidenäste zu beschaffen, deren Rinde und Zweige sowie Knospen zur Leibspeise der grossen Nagetiere zählen. Dazu gab es Äpfel und Rüebli – alles in allem eine tolle Urlaubsverpflegung à discretion!

Rückführung – „Wasser-Marsch“ im Kraftwerkskanal!

Am 22. September war es nun soweit: Die Bauarbeiten waren abgeschlossen und der Kanal wieder mit Wasser gefüllt. Bei Familie Biber – unterdesssen mit Familienzuwachs – stand die Heimreise an. Der Verlad in die biberzahnnagesicheren Transportboxen verlief reibungslos.

Am völlig neu gestalteten Kanal angekommen, durften die Biber ihr altes „neues“ Heim beziehen. Teil der Voraussetzungen für den Umbau war die Erstellung von zwei Kunstbauten mit Zugang unter Wasser, wie bei Bibern üblich. Dazu eine Rampe, ein Wildtierausstieg, die den Tieren das problemlose Verlassen des Kanals ermöglicht, um an Land auf Futtersuche zu gehen.

Gut eingelebt

Anhand der im Bau installierten Überwachungskameras konnte beobachtet werden, dass die Biberfamilie ihre neue Behausung gut akzeptiert hat und sich darin wohl fühlt. Alle Tiere haben also ihren Ausflug gut überstanden und ihr angestammtes Revier wieder in Beschlag genommen – neues Eigenheim inklusive!

Dr. med. vet. Ulrike Cyrus-Eulenberger, Tierärztin / Betriebsleiterin

Bilder: Stiftung Wildstation Landshut